Igoumenitsa – Venedig – Heim

Hmm. Das war es denn auch schön langsam mit dem Urlaub.

Am Freitagmorgen ging es um 05:30 zur Fähre. Viel zu früh versteht sich, denn die Fähre hatte eine gute Stunde Verspätung.


Doch irgendwann tuckerte unser Schiff in den Fährhafen, drehte ruckzuck um, und belud uns mit rasanter Geschwindigkeit.


So schnell wie die Fähre kam, so schnell war sie wieder aus dem Hafen raus.


Da die Fähre aus Patras kam war sie bereits nahezu gefüllt. Dennoch ergatterten wir ein gutes Plätzchen mit 4 Stühlen, die wir mit Zähnen und Klauen verteidigten. So hatten wir noch ein schönes Urlaubs-Kreuzfahrtgefühl mit Sonnenbad am Meeres- , naja, Strand passt nicht so ganz 😉


Am Samstag morgen kamen wir dann in Venedig an und konnten unsere 300 Kilometer nach Villach in Angriff nehmen. Zeitweilig war das kein Vergnügen. Wir fuhren in Richtung Triest und damit im vollen Urlaubsverkehr – mit zähflüssigem Verkehr und Staus. Als es nach Norden abging wurde die Situation deutlich besser.

Angekommen in Patergassen, einem kleinen Örtchen wo Jens‘ Auto bei KPs Haus abgestellt war. Sehr, sehr perfekt!


Nun gab es die übliche Nummer: Mopeds präparieren, aufpacken, einpacken, Makrame knüpfen.


Harte Arbeit für Jens und mich, während die Mädel was tun? Genau. Posieren!


Um 16:00 Uhr ging es dann auf die Straße, um 23 Uhr waren wir bei uns, ca, eine Stunde später waren die Hartmanns daheim.

Geschafft. Alle sind wohlbehalten, die Mopeds haben mitgemacht und wir haben so viel gesehen und erlebt, das muss sich erst noch setzen. Am besten wir reflektieren die Erlebnisse demnächst bei einem Bier (oder zwei), einem Balkangrillteller und einem Rakia / Ouzo!

Die gefahrene Strecke – 294KM:

Igoumenitsa

Oh oh, so langsam aber sicher geht es heimwärts. Heute bin ich bereits 8 Wochen auf Tour, bei dem Rest der Mannschaft sind es fast 3. Bei mir stellt sich etwas der Blues ein. So richtig zieht es mich nicht heim, ich habe mich an das herumziehen verdammt gut gewöhnt!
Wie auch immer, wir machen aus jedem Tag einen Urlaubstag! Hartmanns sammeln ein paar Griechenlandtrophäen. Drei Dinge sind wichtig für einen Griechenlandurlaub:
1) Ouzo. Den gibt es jeden Abend. Immer einen anderen, wir müssen schliesslich lernen welcher der Beste ist.
2) Ein echtes, originales Gyros. Das gab es heute. Speziell für Jens

3) Alte Steine. Nach der relativen Enttäuschung in Pella, dem Ort wo Alexander der Große das Licht der Welt erblickte, gab es heute eine schöne Stätte, wo ein Eichenbaum als Orakel diente. Das Rauschen der Blätter im Baum gab die Antwort. Super Geschäftsmodell, oder?


Naja, irgendeiner macht doch immer den Deppen…

Schön und interessant war es. Dodoni heisst die Stätte übrigens.

Damit ist heute das Griechenland-Pflichtprogramm erfüllt!

Wir hatten heute nur einen kurzen Trip von ca. 80 Kilometer geplant. Nachdem wir mit Dodoni fertig waren, ging es via Autobahn zügig nach Igoumenitsa, der Hafenstadt von der morgen früh um 6:30 Uhr unsere Fähre nach Venedig starten soll.

Igoumenitsa zeigte sich von seiner schönsten Seite. Das Städtlein ist wesentlich netter als ich mir das erwartet hatte, man kann hier gut einen Tag verbummeln.
Unser Hotel:

Der Blick vom Zimmer in den Hafen:

Ein Bier auf Hartmanns Balkon bei feinstem Sonnenschein – Schön!

Um 17 Uhr waren wir für morgen früh eingecheckt, damit können wir relativ spät an der Fähre erscheinen. Das ist sehr gut und entstresst, den relativ früh heisst dennoch um 4:45 Uhr aufstehen….

Bei der kurzen Fahrt blieb genug Zeit zum blödeln. Heute war Posing angesagt. Jens und Barbara konkurrierten miteinander.

Geht es uns nicht gut?

Die Geodaten des Tages:

  • Dodoni 39°32′47.46″N 20°47′14.01″E
  • Igoumenitsa Hotel Aktaion 39°29′54.14″N 20°15′50.1″E

Die gefahrene Strecke – 88KM:

Ioannina 2

Während es mich heute nochmals in die Berge gezogen hätte, beschloß der Rest der Truppe heute einen "ich muss nichts müssen Tag" einzulegen. Das begann mit Frühstück um 09:30 Uhr, dann gemütlich zum Bus wackeln und nach Ioannina reinfahren. Und eines muss gesagt sein: Das ist eine nette Stadt, mit einem hübschen Zentrum, einer lebhaften Kneipenlandschaft und vielen individuellen Geschäften.


Die Stadt bietet aber auch etwas Kultur, mit einer "Burgruine" auf der Halbinsel und der Ali Pascha Moschee.

Irgendwann trennten wir uns. Barbara wollte dem Powershoppen frönen, Karin, Jens und ich wollten mehr so ein Touriding machen und auf die Ioannina-Insel mit ihren 7 Klöstern mittels eines Ausflugsbootes schippern. Am Ende war es nett für uns alle!

Gegen Ende des Tages beschlossen wir noch die Perama Höhle anzusehen. 1100 Meter geht man in der Tropfsteinhöhle, mit mehr als 600 Stufen um die verschiedenen Geschosse darin zu überwinden. Ein Guide führt einen und erklärt Details zur 1,5 Millionen Jahre alten Höhle. Leider ist das fotografieren verboten – also gibt es zu diesem wahren Highlight keine Bilder 🙁
Warten auf die Führung:
Am Abend verspeisten wir einen Grillteller für 5 Personen. Gemessen an Bulgarischen Portionen war das ein Sparteller, dafür zu lässig dem doppelten Preis!

Geodaten:

  • Ioannina: 39°40′23.94″N 20°51′37.4″E
  • Insel: 39°40′54.48″N 20°52′25.24″E
  • Höhle: 39°41′42″N 20°50′47.9″E

Ioannina

Von Giannitsa raus ging es erst durch flaches Land, dann auf die Autobahn. Die rund 60 Kilometer auf der Autobahn waren

  1. äußerst ermüdend
  2. landschaftlich schön, mit großen Höhenunterschieden
  3. Ärgerlich teuer

Teuer? Wieso das denn? Nun, ich hatte bei der letzten Mautstation den Geldbeutel ins Kartenfach gesteckt, das nicht wieder ordentlich verschlossen, und so zog der Sog den Geldbeutel heraus, er flatterte davon und ich merkte nichts. Barbara und Jens sahen ihn wegfliegen, dachten sich aber nichts dabei. Jaja, wer ko der ko! So verliessen uns 70 Euronen für nichts als Schlamperei.

Als wir die Autobahn verliessen, begann zügig der Spass pur. Wir fuhren in die Berge rein, und gewannen dabei 1500 Höhenmeter. Schön gelegene Dörfer tauchten auf.

Die Straßen waren schmal aber abgesehen von kleineren Flicken durchweg griffig. Dass diese Höhenunterschiede nur mit Kurven gewonnen werden muss ich wohl kaum erklären, das Gesicht von Barbara spricht Bände!

Später wurden die Strässlein klein, teilweise sandig in den Kurven (wo sonst?) – man musste höllisch konzentriert fahren. Dennoch, drei von uns vieren waren sehr glücklich! Alleine Karin teilte nicht so ganz unsere Freude.

Hier sind wir in einem Bergdorf zum Mittagessen. Sprachlich wurde uns bei der Bestellung nett von den Einheimischen geholfen! Griechischer Salat, Würstel mit Käse überbacken, dazu Wasser und Cola – prima!

Dabei immer diese super Berglandschaft. Nordgriechenland präsentierte sich von seiner schönsten Seite!

Klar auch, daß wir bei der Kurvenhatz immer wieder eine Pause benötigten! Und Pause heisst bei mir was? Genau, ein kleines Nickerchen 🙂

Hier so einer der Rastplätze.

Irgendwann kamen wir am Pamvotida-See an. Bevor wir uns über eine kleine Rennstrecke zu Tale stürzten, gab es Traumausblicke – hier auch mit Sicht auf einen kleinen Waldbrand:

Die Unterkunft die wir über das Internet in Perama, einem Örtchen nahe der Stadt Ioannina, gebucht hatten ist hervorragend. Alleine das Dorf ist etwas unbelebt. Aber das war weiter kein Thema, wir bekamen am Abend ein vernünftiges Essen (Salat, 3 Souvlaki, davon zwei aus Schweinefleisch, ein dritter Spieß musste aus Hühnerfleisch genommen werden, denn es gab nichts anderes mehr…) und das Bier gab es anschließend auf dem Balkon der Unterkunft.

Seltsam hier: Alles scheint auf einen Tourismus getrimmt zu sein den es nicht gibt. Am Seeufer befindet sich ein Anleger, Infrastruktur, aber alles ungepflegt. Ein Wasserflugzeug Flughafen liegt um die Ecke. Eine Bimmelbahn könnte einen durch das Örtchen fahren. Aber es sind quasi keine Touristen hier. Also, für wen ist das hier alles? Wir finden keine Antwort.

Geodaten:

  • Wir verlassen die Autobahn: 40°06′39.87″N 21°27′32.84″E
  • In den Bergen, Perivoli: 39.978714, 21.116703
  • Perama, unser Hotel Garden Villa: 39°41′44.52″N 20°50′52.47″E
  • Pamvotida-See: 39°39′40.6″N 20°53′02.38″E

Die gefahrene Strecke – 281KM:

Hellas!

Gestern Abend verbrachten wir noch wirklich toll im Hotel am Pool. Die Nacht war lau, das Bier und der Wein waren kühl, die Nacht war sternenklar und Sternschnuppen fielen vom Himmel. Wir lagen ewig dort und machten uns zum Festmahl der Mücken.
Als wir heute morgen Melnik verliessen, fuhren wir zuerst zum Kloster Rojen. Eigentlich hatten wir das mit unserer gestrigen Wanderung abhandeln wollen, aber da hatte sich ein kräftiges Gewitter zusammengebraut, so dass wir den Besuch auf heute verschoben. Dieses Kloster bietet nach Rila ein schönes Kontrastprogramm. Kaum betritt man das Kloster, so herrscht Ruhe und Besinnlichkeit. Der Aufbau der Anlage ist einfach gehalten, die Kirche ist der zentrale Bau um den sich alles gruppiert.

Danach ging es in Richtung Süden, direkt raus aus Bulgaristan und rein nach Hellas! Der Grenzübertritt war in einer viertel Stunde unkompliziert abgehandelt. Spaßig ist danach, man ist sofort auf einer Autobahn (optionslos) und wird unmittelbar mit 1,70€ zur Kasse gebeten.
Die Autobahn verliessen wir rasch und schlängelten uns quer durch das Land. Abgesehen von ein paar kleinen Highlights

gab es nicht viel besonderes. Ich hatte aus der Strecke das bestmögliche gemacht, aber im Grunde fährt man meistens durch platte, landwirtschaftlich genutzte Gegend. Unser Ziel war Pella, eine kleine Stadt im Nichts, die nur damit glänzt, dass hier Alexander der Große geboren wurde. Wir fuhren kurz an die Ausgrabungsstätte heran, entschieden uns aber den paar alten Steinen keinen Besuch abzustatten.
Genächtigt wurde in Giannitsa. Hatte ich gedacht, das dieses Örtchen ein verschlafenes Provinznest sei, dann durfte ich meine Meinung bald revidieren. Lokal reiht sich an Lokal, und selbst an einem Montag Abend ist hier gut was los.

Noch ein Wort zum Tag selbst. Es ist warm, die Hartmanns, unsere Südschweden, finden es heiss. Gut, es hatte unter Tag mehr als 37 Grad, aber mal ehrlich, ist das schon heiss? Selbst am Abend bleibt es mit 32 Grad noch mollig warm. Jens freut sich: Morgen sollen die Temperaturen laut Wetterbereich auf maximal kühle 30 Grad zurückgehen. Die Folgetage werden noch kälter. Schrecklich!

Geodaten:

  • Kloster von Rojen: 41°31′49.55″N 23°25′36.44″E
  • Unser Hotel in Giannitsa: 40°47′27.23″N 22°24′38.92″E

Die gefahrene Strecke – 200KM:

Melnik

Als wir heute morgen in Richtung Melnik aufbrachen, waren wir von der Verkehrsdichte überrascht, bis wir erkannten, dass dies die Griechenland Urlaubs-Rallystrecke für Rumänen und Bulgaren ist. Das heisst, wir waren im vollen Urlaubsverkehr unterwegs. Wie auch immer, die Strecke war landschaftlich sehr schön. Hier sind wir in einem Kaffee bei einer Pause und entdeckten zufällig diese Hängebrücke:

Als wir Richtung Melnik abbogen, änderte sich die Landschaft. Sie erinnerte regelmäßig an die Toskana oder die Sierra Nevada. Die Temperaturen gingen mit 35 Grad auch in interessante Höhen. In Sandanski gingen wir bummeln und zogen dann aufgrund der Hitze zügig weiter nach Melnik.


In Melnik

besuchten wir zwei sagenhafte touristische Attraktionen. Zum einen das Haus des Händlers Kordopulov, Es war das grösste Haus im Wiedergeburtsstil auf dem Balkan:

Danach ging es den Berg 4 Kilometer weit und 300 Meter in die Höhe, und das bei dieser Hitze! Doch der Blick auf die Sandpyramiden entschädigte für die ganze Anstrengung.

Ein "kleiner" Imbiss auf dem Rückweg ließ uns die verlorenen Kalorien auffrischen.

Geodaten:

  • Koropuluv House: 41°31′23.32″N 23°23′53.88″E
  • Sandpyramiden: 41°31′40.93″N 23°25′10.41″E
  • Unser Hotel in Melnik: 41°31′26.41″N 23°23′28.45″E

Die gefahrene Strecke – 115KM:

Das verwunschene Haus

Gestern, als wir ins Rilatal fuhren, durften wir schnell feststellen, dass die guten Unterkünfte am Samstag bereits ausgebucht sind. Nachdem wir von zwei nett anmutenden Hotels abgewiesen worden waren, schwenkte ich zu einem schnuckeligen Campingplatz ab. Uns wurden zwei Zimmer angeboten, der Preis überzeugte Jens und mich spontan.

Die Damen waren nicht so ganz auf unserer Linie, aber das kam ja ganz sicher nur, weil wir in Sofia so eine Nobelabsteige hatten. Und außerdem hatten wir ja schon gebucht.
Die Lage war super, wir hatten einen tollen Sitzplatz, gutes Abendessen und konnten in zivilen Klamotten zum Kloster fahren. Soweit so gut.
Doch dann kam die Nacht. Und mit ihr das Grauen. Es begann damit, dass, als wir uns hinlegten, eine Form von chinesischer Wasserfolter begann. Von irgendwo hörten wir im Haus Wasser laufen… Doch dann, 01:30 Uhr kam der Ruf meiner lieben Barbara: WAS IST DAS??? Genau über uns in der abgehängten Decke nagten irgendwelche Viecher, definitiv größer als Mäuse. Deren Nagen steigerte sich zu einem Stakkato, dass unser Zimmer als Resonanzkörper schwang. Am Höhepunkt angelangt setzten Schritte ein. Und nein, nicht Schritte von Hamstern, sondern schwere, gleichmässige Schritte. Und dann, wie auf Kommando, endete alles.
Ich lag hellwach! 10 Minuten später schlief meine Panikfrau tief und fest. Und ich? Ich wachte und passte auf, dass der Schwarze Mann mein Mädel nicht holt.
Muss ich erwähnen, dass sich die Prozedur wiederholte? Um 04:30 bot ich Barbara an, dass wir unser Zeug packen und gehen, was sie selbstverständlich nicht wollte (HANS – ICH habe ANGST!!!). Denn trotz Panik, war das regelmäßige atmen schnell wieder zu hören.

Rila Kloster

Heute hatten wir nur eine kurze, jedoch schöne Strecke vor uns. Mit einem kleinen Navigationsfehler, wir fuhren erst zum Rilapark, statt zum Rilakloster, fanden wir im Rilatal bald eine Absteige. Mehr zu der Absteige gibt es in einem separaten Post.
Rila war wirklich eine Erhellung für uns. Das Kloster punktet mit Prunk, ohne dabei zu überziehen. In jedem Fall gilt: Wer nach Bulgarien kommt, muss es gesehen haben!


Das Kloster brannte vor rund 200 Jahren nieder und abgesehen vom Glockenturm wurde alles neu erbaut. Der Architekt hatte Geschmack und wusste wie sich in Szene setzen. Hier die Kirche:


Ein wunderschöner Innenhof, so ganz zum Wohlfühlen, im ersten Bild der Glockenturm:

Ein Devotionalien-Laden darf natürlich auch hier nicht fehlen:

Ein Besuch des Museums ist absolute Pflicht! Hier begeistert die Küche:

Der Ofen zum Brot backen ist schlichtweg gewaltig:

Die Küche ist der Hit! Der Kamin der Küche ist gewaltig. Unten dürfte der mindestens 10 Meter im Durchmesser sein, also die Größe der gesamten Küche, viele Meter weiter oben, er verjüngt sich konisch, ist er vielleicht noch einen Meter breit.

Mich erinnerte er sehr an den Herrn der Ringe, Sauron…

Noch ein paar weitere Bilder zum schmökern und genießen:

Für uns war das ganz klar eines der "Must have seen Highlights" von Bulgarien, wir verbrachten ziemlich viel Zeit hier und genossen es sehr!

Die gefahrene Strecke – 159KM: