Amasya

Morgens ging es erst einmal los um auf einer perfekten, kurvigen Straße das Kap im Norden Pershembes zu umrunden. Freude pur!


Irgendwann bog ich dann nach Süden ob, wo es unmittelbar galt die ersten Höhen zu überwinden. Und da waren sie plötzlich: Die Haselnussplantagen. Sie reichten soweit das Auge blicken kann, zumeist waren die Büsche auf eine Höhe von ca. 2 Meter eingekürzt.


Erneut hatte ich mir ein Sammelsurium an kleinen, schönen Strassen ausgesucht. 


Trotz der Höhe wurde es schön langsam ziemlich warm, und so machte ich zwei ausgedehnte Pausen. Hier ein toller Rastplatz, ich hielt ein längeres Nickerchen. Sehr wohltuend 🙂


Einzig was mich immer wieder schockiert ist das mangelnde Umweltbewusstsein der Türken. Sie haben ein ausgesprochen gutes Auge für schöne Picknickplätze, wo sie gerne und ausgiebig im grösseren Kreis mit der Familie oder Freunden zusammen sind. Nur, danach bleibt aller Müll einfach liegen. Das ganze Land ist wie eine große Müllkippe.


Wie geschrieben, heute wurde es heiss. Ich hatte, als ich noch im Süden war, darüber geschrieben wie der Teer zu schmelzen anfing. Heute hatte ich das in den Bergen in verschärfter Form. Jede Kurve fuhr ich wie auf rohen Eiern, manchmal wirklich im Schritttempo.


Der Teerbelag ist nur wenige Zentimeter dick, hat viel zu wenig Steineintrag und schmilzt bzw. bricht auf in der Sonne. 

Mein Stiefelabdruck:


Das Ziel der Strecke war Amasya, wo ich einen weiteren meiner Puffertage spendiere. Amasya ist eine Stadt wie aus dem türkischen Bilderbuch – und gilt als die schönste Zentralanatoliens. Amasya wurde ab dem 14. Jahrhundert zu einer so reichen und blühenden Stadt, dass es mit Bagdad verglichen wurde. Zugleich wurde es ein wichtiges religiöses Zentrum mit 18 Medresen und an die 2000 Theologiestudenten. Junge Prinzen wurden hier auf ihre Sultansrolle vorbereitet. Bekannt ist es auch für seine schönen Konaks, Häuser aus der Osmanischen Zeit. Sie sind übrigens der gleiche Baustil wie in Berat/Albanien.

So kam ich auch in einem Konak unter:



Noch ein paar Bilder vom Ort:



Über dem Ort ragt eine alte Festung, darunter sind Felsengräber aus helenistischer Zeit, ca. 2. und 3. J.v.Chr. 


Ich ging hoch um sie mir anzusehen, aber na ja….


Die Innenstadt ist nach all dem Staub und der Primitivität des Ostens wirklich eine Wohltat!


Morgen geht es wieder zurück an die Schwarzmeerküste, nach Sinop. Auch dort werde ich wieder zwei Tage verbringen. 

Geodaten:

  • Amasya: 40°39′11.73″N 35°50′05.49″E
  • Einsame Strecke: 40°33′26.66″N 36°34′34.62″E
  • Die Haselnussplantagen (in etwa…) 41°01′59.15″N 37°13′07.15″E

Die gefahrene Strecke – 313KM:

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