Bansko

Wir hatten mit unserem Hotel in Smolyan auch beim Frühstück eine gute Wahl getroffen. Bei einem Büfett mit ganz guter Auswahl stärkten wir uns für den Tag.
Aus dem Ort heraus gefahren gewannen wir schnell wieder an Höhe und waren rasch bei 1700m angelangt. Die Straße war schlichtweg der Hit! Kurve reihte sich an Kurve. Ziel war erst einmal der Teufelsschlund. Hierbei handelt es sich um einen Fluß, der sich bis zu 300m tief ins Gestein eingegraben hat.

Dann verschwindet der Fluß in einer Grotte, wo er in einem Wasserfall in die Tiefe rauscht um einige hundert Meter später als Karstquelle neu zu beginnen. Die Höhle kann besichtigt werden, eigentlich ist das kein kann, sondern ein muss! Wir waren von dem Naturschauspiel tief beeindruckt.

In diesem Land herrscht ein tieferer Glaube als wir das so bei uns wahrnehmen. In der Höhle gibt es eine kleine Quelle, sie scheint besondere Kräfte zu besitzen, denn die Leute waschen sich mit dem Wasser und opfern ein paar Münzen.

Danach ging es die 15 km zurück zur Hauptstrasse, doch bevor wir dort weiterfuhren machten wir bei einem kleinen Restaurant Pause. Das Restaurant war äußerst nett, speziell in den Details die umgesetzt wurden. Ein riesiger Bottich diente als Forellenbecken, ein kleines Wasserrad trieb den Grillspieß an. Und so sieht es aus, wenn 4 Mopedfahrer in einem Kaffee einfallen:

Schön ging es danach weiter durch das Gebirge.

Und weil das Wetter endlich wieder so schön war und wir Hunger bekamen, liessen wir uns auf einer Almwiese nieder zum Vesper.

Ein Traum!

Bald fetzten wir die Straße wieder den Berg hinauf und hinab. Irgendwann begannen Steinplatten auf Paletten am Weg zu stehen, also hielten wir an und sahen uns das an. Männer klopften in Heimarbeit Steine zu dünnen Platten.

Gegen 16:00 Uhr waren wir dann in Bansko, einem äußerst netten Örtchen. Es gefiel uns wesentlich besser als als Smolyan!
Blick vom Hotel aus ins Pirin Gebirge:

Neben dem Teufelsschlund, der tollen Strecke, der wunderschönen Landschaft war heute die Besichtigung des Hausmuseums Veljanov ein weiteres Highlight. Ehemals das Haus eines reichen Händlers bietet es einen guten Einblick wie hier früher reiche Menschen wohnten. Einfach himmlisch! Der ursprünglichen Besitzerin half es nichts: Sie wurde ermordet während ihr Mann auf Reisen war.

Den Abend verbrachten wir in einem netten kleinen Lokal bei lecker Essen und trinken. Jens erschreckt mich. Oder vielmehr erschrak Jens heute beim Blick auf die Waage. Auch den Rucksack abzusetzen half nichts. Es war der Frontsack der zuschlug. Und so veränderte Jens schlagartig seine Ernährungsgewohnheiten. Erst einmal gab es für ihn was grünes:

Das wurde dann mit einem Rakia hinuntergespült. Der hat nämlich keine Kalorien, und weil aus Pflaume, hat er viele Vitamine! Kommunikationstechnisch wird auch umgestellt. Obwohl ich nicht so sicher bin ob das nicht einfach Wahrnehmungsstörungen sind. Nachdem die Motorradlederhose über den Winter einging, nun der hiesigen Waage die Anzeige ausging, kommt jetzt eine klare, undiskutierbare Feststellung seinerseits: Ich bin nicht dick! Nein, mein Herr! Nur kräftig gebaut!

Geotags:

  • Teufelsschlund: 41°36′52.95″N 24°22′45.66″E
  • Bansko Hotel ChiChin: 41°49′57.53″N 23°29′36.21″E

Die gefahrene Strecke – 196KM:

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2 Antworten auf „Bansko“

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