Bansko

Wir hatten mit unserem Hotel in Smolyan auch beim Frühstück eine gute Wahl getroffen. Bei einem Büfett mit ganz guter Auswahl stärkten wir uns für den Tag.
Aus dem Ort heraus gefahren gewannen wir schnell wieder an Höhe und waren rasch bei 1700m angelangt. Die Straße war schlichtweg der Hit! „Bansko“ weiterlesen

Rhodopen Gebirge – Smolyan

Die Strecke des heutigen Tages versprach abwechslungsreich zu werden. Wir starteten nach einem reichhaltigen Frühstück in unserem netten Hotel (Gurken, Tomaten, Salami, Käse, Marmelade und 10 Scheiben Toast). Zuerst ging es auf die Umgehungsstraße von Plovdiv und weiter nach Asenovgrad. Die Straße war extrem unschön, während Asenovgrad mit einem netten sozialistischem Charme aufwarten konnte. Kurz nach der Stadt ging es den Berg hoch zur Festung der Asen. Welch herrliche Lage!

Danach, oh welch eine tolle Strecke, zogen wir unsere Spur durch ein gewundenes Tal. Immer wieder standen da so die Geschwindigkeit zu begrenzende Schilder – hat die jemand wahrgenommen? Der Fahrspaß fand sein Ende nur dadurch, dass wir unser heutiges Kulturhighlight besuchen gingen: Das Kloster Batschkowo. Dieses Kloster ist das zweitgrößte des Landes und der Besuch ein Muss für jeden Bulgarienreisenden. Die Details zum Kloster kann man in Reiseführern oder Wiki nachlesen, und ich muss sagen, ja es stimmt, man muss das Kloster gesehen haben. Von außen wirkt es noch sehr nüchtern

Doch sobald man den Innenhof betritt ändert sich der Eindruck schlagartig.

Schöne Eindrücke tun sich auf – hier ist eine Taufe im Gange

Das Kloster beeindruckt mit seiner reichhaltigen Ausstattung!

Wie meist an solch schönen und besinnlichen Orten entzündete ich ein Lichtlein:

Nach einem anschließenden Warmgetränk das den Namen Kaffee trug (bäh!) ging es mit uns weiter ins Gebirge hinein. Irgendwann bogen wir von der schnellen und gut ausgebauten Straße ab. Ein ungläubiges zögern machte sich in der Gruppe bemerkbar, mir schien, sie wollten dem Weglein das ich ausgesucht hatte nicht trauen (oder vielmehr der Auswahl desselben).
Dabei war es eine so schöne Wahl! Auf kleinen und zeitweilig sehr schlecht erhaltenen Pfaden schraubten wir uns nach oben:

Echt krasse Örtchen wurden durchfahren. Bei einigen der Orte fragten wir uns schon, wer da noch wohne? Einige Menschen lebten von Minen – nur was da geschürft wurde entzog sich unserer Kenntnis. Sehr belebt sahen aber auch diese nicht aus…

Alles in allem genossen wir die Berge sehr, auch wenn es auf 1700m im Skigebiet mit 12 Grad herzlich kalt wurde….

Smolyan selbst ist irgendwie schräg. Oben in den Bergen, in Pamporovo, sind die ganzen Hotelbunker für die Skifahrer. Diese ziehen sich bis Smolyan. Der Ort selbst wurde 1960 aus drei bestehenden Orten kurzerhand in einen gebündelt und in der Mitte mit charmanter sozialistischer Architektur verbunden.

Vieles wird ersetzt, anderes zerfällt. Schön geht anders. Nett ist dagegen die Fussgängerzone, aber auch nur, wenn man nicht genau hinsieht…. Unser Hotel dafür ist eine Wonne.

Das Abendessen im Restaurant Spartakus war sehr lecker und preislich im Rahmen.

Zum Schluß noch ein Wort zum Moped: Es fängt wieder an Öl zu verlieren. Befrage ich das Werkstatthandbuch, so dürfte das wesentliche Problem mit einem O-Ring zu beheben sein, nur woher diesen nehmen, schon alleine, weil ich die exakten Masse nicht kenne? In Sofia werde ich Öl zum nachkippen bekommen.. ich hoffe das funktioniert. Wir haben noch rund 1500km vor uns….

Geodaten:

  • Die Asenburg: 41°59′11.19″N 24°52′22.66″E
  • Kloster Batschkowo: 41°56′31.53″N 24°51′06.49″E
  • Unsere schöne Nebenstrecke: 41°49′42.66″N 24°49′04.68″E
  • Smolyan, unser Hotel: 41°34′27.87″N 24°42′38.68″E

Die gefahrene Strecke – 118KM:

Montags geschlossen – Fahrt nach Plovdiv  

Heute morgen wollten wir als erstes das Thrakische Grabmal besichtigen. Bei wolkenbedecktem Himmel und stürmischen Winden fuhren wir vor die Ausgrabungsstätte. Doch wir durften lernen: Täglich geöffnet von 09:00 – 18:00 Uhr ist eine dehnbare Zeitangabe. Die auf der Eingangstafel vermerkte Telefonnummer die ich anrief, wurde von ?????? irgendwem beantwortet der keine Ahnung hat, wer und warum ihn da anrief.

Nun, wir waren gerade dabei abzufahren, oh Wunder Bulgariens – der Wächter kam!

 

Das Grabmal war sehenswert, aber viel, viel kleiner als der große Grabhügel schließen liess. Bilder von drinnen gibt es keine, obwohl beeindruckend, doch sehr beengt, hätte ich ein Superweitwinkel benötigt um ein vernünftiges Bild zu schiessen.

Hier ein Bild vom GroßFürsten:


Die Büste steht im Museum, das Replika dazu abgelichtet:


Bei Sturm ging es sodann ab ins Rosental. Hier werden aus 5 Mio. Kg Rosenblüten jährlich um die 1,5 Tonnen Rosenöl aus den Damascena Rosen gewonnen, einer Rosensorte die besonders ölhaltig ist. Damit ist diese Region der zweitgrößte Rosenöl Hersteller nach der Türkei. Nur: Wo sind die Rosenbüsche? Wir fuhren Kilometer um Kilometer und sahen: Nichts. Oder vielmehr: Weizen, Obstplantagen und ungepflegte Lavedelfelder. Hmm. Fake news? 

So beschlosss ich in Karlovo eine Kaffepause einzulegen, wo wir ein echt nettes Kaffee (Opium) fanden:


Kurz hinter Rozino, dem Ende des Rosentals, ging es plötzlich heftig bergauf und die Verkehrsdichte sackte proportional ab. So zog sich die breite Straße hoch bis auf 1100 Meter. Dort angekommen, zog das ein oder und  andere Weichei der Truppe erst einmal seine Regenjacke als Kälteschutz über! Und dann begann eine tolle kurvenreiche Strecke. Diese zog sich über viele Kilometer durch die Berge, getrübt alleine durch den nassen Belag.

Auf Kopriwschtiza hatte ich mich sehr gefreut. Auch dies ist ein Museumsdorf, gespickt mit hoch interessanten Museumshäusern. Doch was soll ich sagen? Die Schilder an den Museumshäusern sagen geöffnet von 09:00-18:00 Uhr – aber die Realität sieht anders aus. Ausnahmslos ALLE hatten geschlossen. Auch klopfen und klingeln führte zu keinem anderen Ergebnis. Keine Ahnung was da los war… war es weil es Montag ist? Weil 09-18 auch eine Mittagspause beinhaltet oder weil es gestern regnete? Der Deutschen Seele in mir tun sich unergründliche Rätsel auf! Sehr, sehr schade, dass wir nichts besichtigen konnten.

Sei es wie es sei, wir bummelten durch das Örtchen und fanden es auch so ganz nett, auch wenn es keinesfalls mit Zheravna konkurrien kann.


Danach ging es erneut auf toller und kurvenreicher Strecke weiter, getrübt alleine duch Sand in den Kurven und Schlaglöcher wo man sie nicht vermutet. Leider holte uns kurz vor Plovdiv der Regen wieder ein, auch wenn wir glücklicherweise vom übelsten verschont blieben. Hier beim umziehen unter Weinreben:


Plovdiv is nett, hat eine tolle Innenstadt, leider prägte aber das schlechte Wetter unser Stadterlebnis negativ. Es war halt wenig bis gar nichts los. Die Bilder die ich machte sind ausdruckslos, daher schenke ich mir die zu posten. Unser Hotel ist ok, die Zimmer großzügig, und vor uns im Lokal feiert ein Pärchen seine Hochzeit zu 17.7.2017 – gerade fackelten sie das Feuerwerk ab!


Ahhh — ooohhhhhh!!!!!

Nun noch ein Nachtrag im Generellen. Ich habe hier einen echten Spaß. Warum? Meine drei Mitfahrer quängeln den halben Abend lang, wann ich denn meinen Blog geschrieben hätte, sie würden gerne lesen was sie heute erlebten. Ja bin ich denn Karl May? Erzähle ich aus 1000 und einer Nacht? Morgen glaube ich rubbelt Jens an der Coladose und hofft ein Dschinn kommt raus!


Mit dem heutigen Tag sind 10.000 Km auf dem Moped abgeritten. Ungaublich, oder? Drei viertel meines Uraubs sind rum. In zwei Wochen soll ich wieder bei der Arbeit erscheinen, unfassbar!!!!!

Geodaten:

  • Thrakisches Grabmal: 42°42′07.01″N 25°19′59.78″E
  • Karlovo: 42°38′34.74″N 24°48′28.38″E
  • Rozino, Ende des Rosentals: 42°42′47.57″N 24°32′47.88″E
  • Kopriwschtiza: 42°38′15.12″N 24°21′28.1″E
  • Unser heutiges Hotel -Djia Beach: 42°42′47.57″N 24°32′47.88″E
  • Plovdiv Zentrum: 42°08′57.74″N 24°44′46.75″E

Die gefahrene Strecke – 207KM:

Shipka – immer diese Rechthaberei

Ich muss es einmal hier feststellen: Ich mag diese Rechthaberei nicht. Und schon gleich gar nicht, wenn sie von so neumodischem Zeugs erfolgt wie Apps. Da sagt uns so eine WetterApp seit Tagen, dass es heute kalt werden und regnen soll, aber das kann doch nicht wahr sein. Alles fake news.  Und nein, sie will und will recht behalten und lässt es heute den ganzen Tag regnen. Mal mehr, mal weniger. In der Nacht fing es schon an, beim Frühstück glaubten wir noch, wir würden recht bekommen, doch nein, schon vor der Abfahrt begann es nieseln. 

Dabei war die Streckenwahl wieder exquisit. Wir hatte Traumsträßlein im Angebot, mit schönen Höhen und weiter Sicht


 oder schlichtweg „Grüner Hölle“, dort wo sich die Natur langsam die Strasse zurückerobert!


Am Ende gab es noch den Shipka Pass, einer wunderbaren Motorradstrecke, die sogar im Regen noch Spaß machte. Der Shipka Pass ist höchst geschichsträchtig. Hier kämpften im Russisch – Türkischen Krieg 1875/76 5500 Bulgaren erfolgreich gegen 22000 Türken die eine in Not gekommene Division verstärken hätten sollen. Das war ein wesentlicher Grund für den schlußendlichen Sieg und der Befreiung der Bulgaren.

Hier meine Hand bei Ankunft in unserem Hotel in Shipka. Ich spürte in mehreren Fingern nichts mehr…


Hatte ich mich gestern noch gefragt, wo die ärmeren Ecken in Bulgarien seien, heute sahen wir sie. Wir fuhren durch ärmliche Dörfer, Flecken wo schon um 10 Uhr überall auf den Veranden der Sonntag mit einem Bier eingeläutet wurde.

Auch Shipka ist nicht unbedingt der Brüller. 


Wirklich schön ist die Russische Kirche, 1902 eingeweiht:




Morgen würde ich noch gerne das Thrakische Grabmal besuchen. Das Grabmahl ist aus dem 3. Jh. v. Ch. und besteht aus einem 13 Meter langen Korridor mit anschliessend drei großzügigen Kammern. In einer wurden Pferdeopfer gebracht, die zweite ist mit einer Kuppel versehen und die dritte, eindrucksvollste, ist komplett aus einem Granitblock gehauen. Ich bin gespannt! 

Geodaten:

  • Shipka Pass: 42°49′21.86″N 25°20′11.45″E
  • Unser Hotel in Shipka: 42°42′47.55″N 25°20′06.3″E

Die gefahrene Strecke – 189KM:

Tschüss Lotterleben – Zheravna

Aus ist es heute mit dem Lotterleben – jetzt wird wieder Motorrad gefahren und Kultur genossen! Somit ging es heute morgen weg vom schönen Goldstrand und ab ins Landesinnere. Die erste Station war der versteienerte Wald. Betritt man ihn (nachdem man einen kleinen Obulus entrichtet und nett informiert wird), muss man 200m reingehen, dann tut sich das ganze Steinfeld vor einem auf. 

 


Die Strecke war anfänglich fahrerisch recht anspruchslos und führte durch hügeliges, landwirtschaftliches Gebiet, unterbrochen von Steinbrüchen mit Zementwerken. Bei Shumen wollten wir uns den Reiter von Madara ansehen, aber naja… 

  1. Der Reiseführer rät zu einem dreistündigen Rundgang – und wer hat dazu schon Lust mit Motorradkluft?
  2. Mein Moped machte mal wieder Stress – diesmal der Simmering der Antriebswelle.


Das Problem war zügig korrigiert – behoben kann man nicht dazu sagen. Was war der Grund? Ich hatte die Kette laut Handbuch gespannt, was VIEL zu stramm ist. Daher ist der Simmering eingelaufen. Nun hatte ich neulich erkannt, dass die Kette zu stramm ist, also habe ich sie gelockert, mit der Konsequenz, dass der Simmering jetzt leckt. Und nun? Kette wieder strammer gespannt und schon leckt es nicht mehr so schlimm. Das wird sicher halten!

Weiter ging es durch schönes hügeliges Land, durch Täler und vorbei an netten Ortschaften. 


Wir besichtigten Kotel (zum vergessen) und zogen weiter zu unserem Zielort, Zheravna. Das ist mal hübsch hier! Dazu, obwohl touristisch, wirklich günstig. Wir bezahlten für ein reichhaltiges und gutes Abendessen für 4 Personen mit Getränken 55 Lev (teile durch 2). Das Städtlein selbst ist ein Museumsdorf, komplett in Stil der Bulgarischen Wiedergeburt, so schnuckelig, dass Barbara mehrfach meinte, dass die hier Eintritt verlangen sollten. 

Wir nächtigen am Rande in einem wunderschönen Hotel mit großzügigen Zimmern.


Bilder vom Ort:





Jetzt waren wir abseits des Massentourismus unterwegs. Was ich bislang feststellen muss ist, dass meine Vorurteile erneut nicht erfüllt werden. Wenn Bulgarien eines der ärmsten Länder der EU ist, dann müssen wir diese armen Ecken noch finden. Ja, es gibt noch Pferdefuhrwerke im Strassenbild, aber wir sehen auch gut ausgebaute Strassen, eine vernünftige Infrastruktur und nett gerichtete Dörfer!

Es geht uns gut!!!!

 

Geodaten:

  • Steinerner Wald: 43°13′42″N 27°42′21.3″E
  • Reiter von Madara: 43°16′37.05″N 27°07′00.61″E
  • Kotel: 42°53′26.23″N 26°26′42.65″E
  • Zheravna: 42°49′55.36″N 26°27′30.19″E

Die gefahrene Strecke – 223KM:

 

PS: Solange ich hier sitze und blogge, sitzt der Rest der Gruppe vor mir und bucht die nächste Unterkunft. Süß wie die „Autoquartett“ spielen (Bewertung, Kosten, Nähe zum Zentrum, Zimmergröße, Parkplatz dabei?, Frühstück inkludiert?)

Sonnenstrand, Goldstrand, Badeurlaub!

Bevor ich auf die wenigen, letzten Ereignisse komme muss ich erst ein paar Gedanken zum Unterschied niederschreiben. Unterschied? Unterschied! Frei in Anlehnung an den Song „What a difference a day makes“ hier „Was für einen Unterschied eine Grenze macht“. Es ist wirklich unglaublich wie viel sich mit dem überschreiten der Grenze veränderte. Alleine das Leben am Strand: 

  • FlipFlops sind Schuhe die aktiv beworben werden
  • Alle sind mit normalen Badeklamotten unterwegs: Bikini, Badehose, Strandkleidchen und das ohne Hemmungen zwischen den Geschlechtern.
  • Überall gibt es nette Strandbars und die servieren garantiert nicht nur Tee!

Aber auch sonst:

  • Es gibt Tourismus mit Touristen, wobei alles unaufdringlich auf uns wirkt. 
  • Der Müll wird in gesellschaftlichem Konsens in den Mülleimer geworfen!
  • Der Autoverkehr ist gesittet, ein Zebrastreifen wird zweckgebunden eingesetzt. Auch wird in den Ortschaften ordentlich und rücksichtsvoll gefahren.
  • Das Essen hier ist günstig, vielfältig und reichhaltig. Dazu wird mit den uns gängigen Getränken nachgespült. 
  • Das Leben ist zwar teurer, für mich aber deutlich schöner, lebensfroher (als ob es „farbenfroher“ wäre).

Zum aktuellen Geschehen: Nachdem wir unsere Tage in Kraimorie entweder am Strand (naja) 


Oder am Pool verbrachten (super dank tollem Hotel) ging es dann am Mittwoch via Burgas, Nessebar in Richtung Varna und weiter nach Kranevo. 

Doch zuerst begaben sich Jens und ich zu unserem kleinen Abenteuer „Post“. Ich wollte ein paar sperrige Dinge wie mein Zelt loswerden und heimschicken. Wir hatten aus dem Müll einen Karton gefischt, das Hotel steuerte Packband bei und so ging es los.    Zügig standen wir in einer Schlange von Menschen, bald vor einer unfreundlichen Dame die aber mit jeder Minute die wir sie beschäftigten freundlicher wurde. Ich glaube wir wirkten irgendwie unbeholfen auf sie und weckten Mutterinstinkte, denn sie erklärte uns in reinstem Bulgarisch, dass wir das so nie wegschicken könnten und brachte uns erst mal Packpapier um den Bananenkarton fachgerecht einzupacken. Irgendwann durfte ich dann auch noch ein 5-lagiges Formular ausfüllen, dann wurde gestempelt (bumm-bumm) und schwupp waren wir nach ca. 30 Minuten auch schon wieder draussen! 


So ging es dann bei ungefähr 30 Grad in Richtung Norden. Burgas wirkte im übrigen recht nett auf uns. In der Frühe hatte uns noch ein Schweizer geraten einen Abstecher nach Nessbar zu machen, einem Örtchen unter Unesco Weltkulturerbe. Der Tipp war gut!




Danach ging es weiter in das Kamtschia Naturreservat, der Flussmündung ins Schwarze Meer. Das war ein sehr nettes „Touri-ding“.



So langsam verging der Tag, wir hangelten uns auf der Küstenstrasse weiter in Richtung unseres Hotels. Entlang der Resorts war die Strasse heftig überfüllt, ein überholen war gelegentlich nicht möglich, dafür dieselqualmen die Autos aufs schlimmste. Erst auf Varna zu wurde die Strecke schön, bergig, kurvig und mit schönem Belag versehen – also nettes Motorradfahren. Und so kamen wir im DiMare Holiday Village an. Nicht lachen, so heisst das!

  

Das sieht nett aus hier, wir sitzen gut vorm Häuschen und planten heute Morgen erst einmal die kommenden Hotels. Das dürfen gute sein, denn die kommenden Fahrtage scheint es zu regnen.

Heute gab es dann vollends einen Strandbadetag, und wie es scheint, wird der morgige Tag vom selben Programm dominiert werden.




Die gefahrene Strecke – 194KM:

 

Rendevous

Heute gibt es einen CrissCross Blogeintrag…. 

Alsoooo die Zugfahrer hatten auch so ihren Spass. Die generelle Aussage die ich immer wieder hörte: Das muss man einmal erlebt haben, aber zwei mal? 

Barbara, Karin und Jens waren am Samstag mit dem Auto nach Patergassen gefahren, das liegt in Gegend von Villach,und stellten ihr Auto bei KP ab, einem Freund eines Freundes.. gell Bernd? 

Danach ging es direkt zum Zug nach Villach:


Und dann, ja, dann genossen sie die ausgedehnte Langeweile


bei unklimatisiertem Abteil und gemütlichen 35 Grad Außentemperatur. Die einzige Linderung entstand durch geöffnete Fenster und Kopf raus!


Längere Haltestationen mit Passkontrollen brachten Abwechslung in die Langeweile, und so kam die Truppe auch irgendwann einmal in der Türkei an. Irgendwann heisst, mit vielen Stunden Verspätung. Aber was bedeutet schon Zeit? Geld und Zeit haben wir doch im Überfluss, oder?


Ich war so lange erst mal auf meinem Campingplatz rumgehangen und zog um die Mittagszeit weiter zu unserem Hotel, einem idyllischen Kleinod, das beste Hotel der bisherigen Reise.

Und dann begann für mich das warten. Aber auch die drei warteten. Auf das Entladen, die Passabfertigung, den Stempel und was weiß ich noch alles. Doch irgendwann kamen sie. 


Was fällt auf auf dem Bild? Genau! Jens konnte gar nimmer anhalten für das Gruppenbild. Swischhhhh – durch war er. Ich glaube in dem Luftzug hörte ich so sachte ein …BIER…………

Schön ist es, dass sie jetzt hier sind! Und so genossen wir mit viel Spaß den ersten gemeinsamen Tag! Sei es am so lala Strand


Oder am Pool, wo uns Karin erklärte SIE könne über Wasser gehen!


Und wozu hat Frau einen willigen Mann? Naja, das mit dem willig muss sich noch zeigen. Auf jeden Fall, wer Jens kennt, kann sich derjenige dann so einen Moment der inneren Ruhe, dem Moment der Kontemplation vorstellen? Hier in Bulgaristan gelingt das Unglaubliche!


Während ich mit blutenden Fingerkuppen tippe, unterstellen mir die drei hier gerade den Genuss von Alkohol oder anderen bewusstseinserweiternden Drogen – wo bin ich hingeraten?

Fazit, uns geht es gut. Wir haben uns heute Abend den Bauch mit Fleisch (Jens), Fisch, Tarama, Salat, Muscheln (der Rest) den Bauch vollgeschlagen, dazu das ganze reichhaltig mit Bier und Rakia runtergespült. Die Rechnung brachte uns fast um…

Geodaten:

  • Unser Hotel in Kraimorie: 42°26′41.46″N 27°29′17.76″E

Die gefahrene Strecke – Hans – 19KM:

Die gefahrene Strecke – Barbara, Jens, Karin – 244KM:

 

 

Bulgaristan: Chernomorets – Camping Gradina

Und so machte ich mich heute morgen auf den Weg die Türkei zu verlassen. Irgendwo vor Kirklareli nahm ich mir 30 Minuten Auszeit für meinen letzten Tee in der Türkei. Dann ging es zur Grenze. Als dieses Schild kam, musste ich herzlich lachen und der Titel für heute stand fest. 


Schöner hätte es vielleicht nur noch Karl May ausdrücken können – Bulgaristan! Nach Kirklarli gab es eine sehr gut ausgebaute Straße mit unglaublich viel Verkehr. Ich war erneut fast alleine unterwegs. 


So sah dann auch die Grenzstation aus. So original mit kleinem Schlagbaum und gelangweilten Grenzbeamten. Die Türken waren, wie die Bulgaren auch, äussert lässig drauf und so hatte ich die Grenze bereits nach 30 Minuten passiert. Einzig: Bevor man zu den Bulgaren kommt, muss man durch ein Wasserbad. Wofür auch immer… und vor allem: Was auch immer da drin ist! Meine Kette hörte sich für mehrer hundert Meter brachial metallisch an, fast als wenn sie wo dagegenschlagen würde. Irgendwie sieht auch das Fett jetzt seltsam aus… Naja, sie tut wieder.

Aus der Grenze raus fuhr ich erst nach Tarnowo, ich wollte Geld holen. Nachdem ich einige Minuten im Städtchen erfolglos gekreist bin entschloß ich mich, das Geld in Tsarevo zu holen, meiner eigentlichen Destination für heute. Die Straße führt als schöne gewundene Strecke durch die Wälder und dem Strandza Gebirge. Wenn da nur nicht so dermassen viele Schlaglöcher wären. Einfach unfassbar!!!!


Dennoch, die Gegend, so man sie sieht vor lauter Wald, ist schön. Und damit natürlich auch einladend für ein Mittagsschläfchen.


Einfach wird das Leben hier:


Am Ende hatte ich zwar in Tsarevo Geld, aber der Campingplatz, ja, den gibt es schon lange nicht mehr. So machte ich mich auf nach Norden um zum Camping Gradina zu fahren, da wollte ich eh noch zwei Nächte verbringen. 

Und da bin ich nun und warte auf die Gang. Morgen treffe ich vermutlich Simeon, einen Kollegen aus Sofia mit dem ich viel und gerne zusammengearbeitet habe. Ich freue mich ihn wieder zu sehen!

Geodaten:

  • Letzter Tee in der Türkei, 0,45TL : 41°38′29.23″N 26°51′34.23″E
  • Grenze: 41°58′04.03″N 27°27′32.57″E
  • Camping Gradina: 42°24′58.04″N 27°38′58.58″E

Die gefahrene Strecke – 352KM:

GoWhere? Gelibolu

Als ich gestern die Aufteilung der Kilometer der nächsten zwei Tage studierte, fiel mir auf, dass ich für heute vermutlich zu wenig, dafür für den Freitag deutlich zu viel eingeplant hatte. Die reinen Distanzen sind nicht das Problem, aber der Sprung über die Dardanellen beträgt ca. eine Stunde, der Grenzübertritt dürfte mindestens genauso lange dauern. Daher beschloß ich für heute in jedem Fall die Dardanellen zu überqueren.

Doch nur Kilometer fressen, ist irgendwie blöd. Also machte ich mich auf und fuhr erst einmal über Nebenstrecken nach Nordwest ans Marmara-Meer. 


Das wäre eine super Strecke, vorausgesetzt man kann vernünftig bremsen – so war es halt choppermässiges trödeln. Die Entdeckung der Langsamkeit in einem Meer von Olivenhainen! Angekommen am Meer dachte ich zuerst: Wie kürzlich in Pershembe, nur hübscher. Aber da war noch etwas – der Geruch. Da wurde mir erst klar, dass das Schwarze Meer so gar nicht den fischigen Geruch hatte. Es birgt eben deutlich weniger Leben als die meisten anderen Meere:

90 Prozent des Schwarzen Meeres sind lebensfeindlich, der Wasseraustausch mit dem Mittelmeer ist gering. Flüsse tragen große Mengen organischen Materials ins Meer, das nicht ausreichend zersetzt werden kann, Schwefelbakterien übernehmen die Aufgabe und produzieren giftigen Schwefel. Die Folge: Weniger Leben, alles Holz, das herabsinkt, bleibt erhalten, da keine Bohrwürmer existieren, die es fressen. Metall hingegen wird hier umso schneller abgebaut.


Ansonsten ist hier alles feiner. Tolle Villen und schöne Feriensiedlungen stehen an den Berghängen.

Doch nach 3 Stunden hatte ich erst etwas mehr als 100km geschafft, mindestens 400 wollte ich machen. Also ging es südlich auf den Highway der von Bursa nach Westen führt. Es ist mir ein Graus, doch es musste sein. Ich brauchte auch zeitlichen Spielraum, denn alle Hotelunterkünfte die ich im Netz fand waren preislich von einem anderen Stern. Keine war unter 100€ zu haben, die teuerste lag bei über Tausend Euro. Dafür war da das Frühstück im Preis inkludiert….

Und so ging es nach 4 Wochen und einem Tag wieder über die Dardanellen und damit zurück auf den Europäischen Kontinent!


Heute war ganz schön was los. 


Nett war, ich fuhr an die Fähre ran, es gab schon einen längeren Rückstau. Ich, mopedfrech wie immer, an allen rechts vorbei, ran ans Kassenhäuslein. Der schaut zur Fähre, ruft seinem Kumpel was zu und meint zu mir: Auf geht’s – zahlen kannst du an Bord! Ich zack – zack rein in den Helm, rauf auf die Fähre, und schon ging hinter mir die Luke hoch.


Bezahlt wurde dann beim „Chef“ persönlich 😉


Schließlich entschloss ich hier im Örtchen nach einer Bleibe zu suchen. Nach kurzer Preisverhandlungen und Zimmerbesichtigung war der Deal geschlossen. Irgendwie bin ich schon stolz darauf, es geschafft zu haben nie mehr als 30 Euro pro Nacht ausgegeben zu haben, im Gegenteil, das Gros der Quartiere kostete wie hier 50 TL, das entspricht 12,50€ mit Frühstück. Da lohnt kein camping!


Ein Spaziergang offenbarte mir das zuvor nicht gesehene: Das Örtchen ist nett! Es gibt sogar eine Fussgängerzone und nette Lokale!


Wenn nichts aus dem Ruder läuft, verlasse ich morgen die Türkei, und das Abenteuer Bulgarien startet. Schauen wir mal wie der Grenzübertritt vonstatten geht. Gespannt bin ich schon!

So geht es morgen raus aus dem Land:


Geodaten:

  • Mein Hotel in Gelibolu: 40.414292, 26.670987
  • Fähre Start in Cardak: 40.379503, 26.713524
  • Mudanya, ein sehr netter Badeort! 40.375259, 28.883793

Die gefahrene Strecke – 370KM: