Der Türke und seine Freundlichkeit

Wie im vorherigen Blogeintrag bereits geschrieben, ich muss jetzt ein paar meiner allgemeinen Eindrücke niederschreiben.

In diesem geht es mir um die Freundlichkeit die ich stets und immer verspüre. Ich hatte bislang so viele nette Begegnungen, ich kann sie sicher nicht mehr alle rekapitulieren. 

  • Gerade erlebt: Ein Mann spricht mich an, ob das mein Motorrad sei. Er fährt eine BMW 1200 GS… und schon waren wir im Gespräch. Es endet damit, dass ich mich unbedingt an ihn wenden könne, sofern ich gesundheitliche Probleme hätte, er sei Arzt.
  • Die Dame gestern im Baksi Museum. Die Führerin zu spielen war ganz sicher nicht ihre Aufgabe. Aber sie konnte Englisch und da kommt einer aus Deutschland….
  • Ich fahre auf der Landstrasse, ein Auto zieht gleich, winkt, hupt und freut sich, dass ich da bin. (Vielfach)
  • Ich sitze im Kaffee, bin fertig mit meinem Tee und will zahlen. A) Ich zahle nicht B) ich kann nicht weg, weil ein zweiter Tee kommt. 
  • Ich werde oft angesprochen wo ich herkomme, wie weit das sei, wo ich noch hinwill und wie mir das Land gefällt. Die Menschen freuen sich, wenn ich komme! 
  • Sprachlich ist die Kommunikation zumeist schwierig. Entweder kann einer Englisch, oder es entsteht ein wunderbares  Mischmasch aus Türkisch, Englisch und Französisch, gelegentlich Deutsch!
  • Auch schon mehrfach geschehen, hier ein Beispiel von gestern. Ich sitze im Kaffee. Eine Familie kommt um das Zuckerfest bei den Kaffeehausbesitzer- Eltern zu feiern. Mama, Papa, zwei Töchter. Die übliche kurze Frage an mich wo ich her sei beantworte ich immer wieder gerne. Danach kann ich schon hören was kommt. Die Mama zur Tochter: Du lernst doch Englisch in der Schule – jetzt rede doch mit ihm! Das Mädel wird rot, es ist im Zugzwang. Also ich zum Mädel: Du lernst English in der Schule? Und so machen wir zwei nette, holprige Konversation und die Eltern sind stolzerfüllt!
  • Ich stehe am Rand der Strasse zum fotografieren. Ein Mopedfahrer fährt vorbei. Nein, stop, er hält sofort an. Denn wenn ein Moped im Nichts stehenbleibt, muss was faul sein. Er bietet seine Hilfe an und ab da nimmt er mich unter seine fahrerischen Fittiche und zieht seine Bahn mit mir.
  • Der nette mopedfahrende Englischlehrer aus Ordu der Abends um neun an mein Zelt klopft um seine Biere mit mir zu teilen.
  • Die Polizei und das Militär. Da hatte ich so meine Sorge, gerade durch die politischen Spannungen. Weit gefehlt. Ich werde, wie alle anderen auch, herausgewunken. Schnell steht fest, ich komme aus Allmann, und in der Regel wird die Miene freundlich und ich werde unmittelbar zum weiterfahren aufgefordert. Auch die Strassensperren im kurdischen Gebiet waren immer freundlich, gelegentlich winkten die Soldaten.

So gibt es noch viele andere nette Begegnungen, viele spontan, viele wo wir gemeinsam lachten und uns an uns freuten.

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