Dogubayazit

Warum nur fährt man nach Dogubayazit? Und landet dann auch noch hier an einem regnerischen Tag. Nun, ich habe da drei Gründe für mich anzubieten:

  1. Weil ich den Ararat persönlich sehen wollte 
  2. Weil ich einmal so weit in den Osten gefahren sein wollte
  3. Und weil es hier den Ishak Pasha Palast gibt und der toll sein soll

Den Ararat hatte ich ja gestern schon im Blog abgelichtet, wie weit im Osten ich bin zeigt sich daran, dass ich es näher nach Teheran hätte als nach Istanbul, und das liegt bekanntlich nicht vor unserer Haustüre. Wie weit im Osten ich bin äußert sich aber auch am Tageslicht. Die Türkei ist im Sommer eine Stunde vor unserer Zeit. Faktisch sollte die Türkei aber zwei Zeitzonen haben. Hier im Osten geht bereits um 19:34 Uhr die Sonne unter. In Istanbul geht sie heute um 20:40 Uhr und zu Hause um 22:30 Uhr unter – gut es kommt auch noch dazu, dass ich mich etwas südlicher befinde 😉


So machte ich mich heute daran den Ishak Pasha Palast zu besichtigen. Des Morgens setzte ich mich auf’s Moped, fuhr zur Stadt raus und drehte sofort wieder um. Der Berg mit dem Palast stand in schwarzen Regenwolken. Dieser Regen war dann eine Stunde später auch hier im Ort. So versuchte ich am frühen Nachmittag nochmals mein Glück. 

Und hier ist er, der berühmte Palast. Der İshak-Pascha-Palast zählt zu den imposantesten Motiven der Türkei. Er schmückt die Titelseiten von Reiseführern und Bildbänden. Die Palastanlage erhebt sich auf einer Felsnase über der weiten Hochebene Doğubayazıts, deren Horizont viele Monate im Jahr schneebedeckte Gipfel abschließen.


Seine heutige Gestalt erhielt der Palast im 18. Jh., als der kurdische Emir İshak Paşa, reich geworden durch Raubzüge und Wegezölle, eine hier bereits bestehende Burganlage ausbauen ließ. Den Grundstein hatten bereits die Urartäer im 9. Jh. v. Chr. gelegt. Dazwischen bereicherten etliche weitere Herrscher die Festung durch Um- und Anbauten. 



Jedes Tor ist mit wunderschöner Ornamentik verziert, Suren aus dem Koran ergänzen das Bild (hier direkt über dem Tor).



Die Grabkammer des Fürsten (vermutet):


Zwei Bilder aus der Moschee:



So wohnten die Damen im Harem. Immer zwei Zimmer lagen zusammen, gestaltet mit kleinen Nischen, dazu je ein Kamin. Licht gelangte durch zwei Fenster die eine herrliche Aussicht über das ganze Tal gewährten. Die Mauern sind im übrigen gut einen Meter dick. Das mag im Winter ganz schön kalt gewesen sein!


Am Ende ist mir heute ein schreckliches Maleur passiert. Ich hatte den Rucksack auf die Sitzbank meines Motorrads gelegt. Nur lag er da scheinbar nicht ganz sicher, und so blies ihn eine Windböe herunter – und die Kamera die im Rucksack oben lag knallt mit dem Objektiv zuerst ins Schotterbett. Seither habe ich jede Menge Staub auf dem Sensor. Ich bin wirklich traurig.

Zum Schluß ein „meine Braut und ich“ Bild. Das musste mal wieder sein.

PS: Für spätere Erinnerung. Es ist herzlich frisch hier. Ich bin mit langen Ärmeln unterwegs und am Palast habe ich die Motorradjacke angelassen.

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