Göreme Open Air Museum

Dieser Tag muss eigentlich in 4 Abschnitten erzählt werden.

Der frühe Morgen

Heute Nacht war es hier schrecklich kalt. Ich habe gefroren wie schon lange nicht mehr! 

Um ca. 3.30 Uhr begann ein schrecklicher Lärm auf der Straße. Busse, irgend etwas das klang wie LKW, seltsam. Erneut die Ohrenstöpsel reingedrückt, dennoch, der Krawall war noch immer zu hören. Dann war um 5.30 Uhr so ein seltsames fauchen zu hören. Erst kapierte ich nichts, doch dann: Klick! In meinem Hirn rastete etwas ein. Das Geräusch kenne ich. Also nichts wie raus mit mir aus den Federn, das Schauspiel wollte ich sehen:


Mehr als 100 Ballons tauchten um mich herum auf. Alle waren voll mit Touristen! Und seht euch die riesigen Gondeln an.


Dabei liefern die sich um den Start echte Kämpfe. Seht nur wie der Große den Kleinen abdrängt. Das dauerte Minuten bis die sich trennen konnten. Eine Situation, die ich durchaus als gefährlich einstufte.


Einige fahren absolut tief in den Tälern, die in denen ich gestern wanderte:


Irgendwann war das Spektakel vorbei und ich kroch wieder in die Federn.

Später stellte ich mir die Frage: Wo kommen die Passagiere alle her? Denn in Göreme, Uchisar und Ürgüp, den 3 Hauptorten hier, ist nichts los. Und bei 100 Ballon á 10 Passagieren müssen das demnach 1000 Fahrgäste gewesen sein. Und ich bin sicher, das ist morgen früh erneut so. Mhhm. Grübel… Auf jeden Fall waren das die Busse die ich um 3 gehört hatte. 

Göreme Open Air Museum

Im Reiseführer als eine Hauptattraktion beschrieben, war es mir wichtig dieses heute zu besuchen. Der Bereich steht unter Unesco Weltkulturerbe, das soll ja schon was heissen. Alleine, ich fand es einen schrecklichen Reinfall. Das ist Abfertigung von Massentourismus pur. Alles ist exakt strukturiert, nichts darf ich fotografieren, und es passt auch meist einer auf, dass ich gleich gar nicht in Versuchung komme. Kein Europäicher Tourist, nur Fernost, lärmend dass ich bloß noch weg wollte. Am Ende erhaschte ich doch ein paar Bilder:

Sicht vom Eingang ins Tal:


Was man wissen muss: Das sind alles Klöster oder Kirchen hier. Sehr konzentriert. Hier ein Beispiel einer einfach ausgeschmückten Kirche. Während des 8. und 9. Jahrhunderts gab es in der Ostkirche (Byzanz) den Bilderstreit. Mit diesem wurden z.B. alle Ikonen vernichtet und Kirchen einfach, so wie diese hier, ausgeschmückt. Ein Streit der zu Zeiten Karls des Großen sehr kritisch von der Westkirche beäugt wurde. 


Die Mönche wollten auch essen. Hier im Boden ein Erdofen (Tadori – fast wie im indischen, nur ohne dem „n“):


Ein Tisch mit Sitzgelegenheit für 40-50 Personen:


Und am Eingang das Weihwasserbecken:


Doch es geht auch anders, pompöser. Hier eine Kirche die nach dem Bilderstreit ausgeschmückt wurde:


Mit diesem Blick verlasse ich das Gelände. Das war mir alles zu kommerziell.

Eine weitere Wanderung

Eigentlich hatte ich jetzt das Open Air Museum von Zelve besuchen wollen. Dort sind die Menschen erst 1953 aus den Felswohnungen ausgezogen, ihr ehemaliges Dorf ist heute ein Museum. 

Nachdem mich aber das Göreme Open Air Museum so abgeschreckt hatte, beschloß ich eine weitere Wanderung zu unternehmen. Das Taubental führt von Göreme nach Uchisar und war erneut ein Genuss. Es bot nicht die spektakulären Felsenwohungen und Kirchen, aber die Landschaft ist äußerst beieindruckend und bietet viel zum schauen. Nebenbei macht man ganz gut Höhe, es ist also auch ein schöner Marsch.. Am Ende waren es wieder mehr als 3 Stunden die ich gewandert bin.


Uchisar aus der Ferne. Finde ich das schön? 

Abhängen und flüchten

Nach der Wanderung begab ich mich zurück zum Campingplatz, wo ich nun der einzige Gast bin und verbrachte meine Zeit am Pool. Es war schön warm und sonnig – doch plötzlich kam mit rasender Geschwindigkeit ein Gewitter daher. Ich konnte nur mit knapper Not zurück zum Zelt und alles aufräumen. Und so sitze ich jetzt im Zelt und schreibe am Blog. Mist. Mein Zelt war so schön trocken – das muss morgen früh für länger verstaut werden. Hoffentlich macht sich das heute nochmal…

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