Kars / Ani

Heute war es bald wieder spannend mit dem fahren. Irgendwie muss ich im Winter viel, viel Zeit zum planen gehabt haben. Und die GUT genutzt haben!

Aber erst noch ein Bild vom Ararat um 5:00 Uhr früh. Ist er nicht mächtig?


Die Piste in die Berge (noch dachte ich die Strecke sei geteert) begann in einem Drecknest. An der Einfahrt in den Ort fuhr ich erst einmal vorbei. Trotz GPS. Auch die Ausfahrt aus dem Ort, ich wollte es erst einmal gar nicht glauben. Aber doch. Es ging wieder auf Schotter, Erde, und es ging hoch. Sehr hoch. 


Zeitweilig war ich geneigt umzudrehen. Doch dann kam ein Dorf (oder wie man das nennen mag) in Sicht. Boah, geht es da arm zu! Aber immer, immer: Arm aber Handy. 


Hier wird auch der Dung gesammelt um im Winter damit zu heizen.

 

In einem Ort, ich wollte nicht fotografieren, stank alles nach Dung und Pisse. Einige Menschen lebten in Zelten! Ein Haus war gerade dabei seine Habseligkeiten zu packen. Ich denke die verliessen das Dorf. 

Das eigentliche Ziel des Tages war Ani. Ani erlebte so um 960 eine Blütezeit und war ein wichtiger Handelsposten auf der Seidenstrasse. Es war reich und mächtig. Die Fahrt dahin ging dann über Hochland, die Strasse wurde sehr einfach und führte gelegentlich bis auf ein paar Hundert Meter an die Armenische Grenze heran. Beide Seiten sichern. Wie schon zum Iran hin auch, nur auf Seiten der Türken wesentlich weniger befestigt.

Das Hochland ist sehr, sehr karg. 

Was wenn ich sage, dass auf dem Lumpensammler noch 4 Leute sassen? Ein paar Kilometer später kam eine Militärkontrolle. Ich musste das erste mal meinen Pass zeigen! Dann kam der Laster, und es wurde echt spaßig. Weil immer mehr Leute hervorkamen. Der Militärler fand das nicht ganz so amüsant. Er hatte am Schluß ein Bündel Pässe in der Hand, war aber mit der Transportmethode nicht einig…. Ich habe nicht gesehen, ob die weiterfahren durften. 

Bevor ich nach Ani kam, kam die zweite Schotterpassage für heute. Gute 40 km schnelle, langsame und ganz langsame Piste.


Ani selbst liegt strategisch geschickt zu sichern. 2 tiefe Täler sind V-förmig angeordnet, man musste also nur eine Spange mit einer Stadtmauer sichern. Eine mächtige Anlage!


In der Anlage ist das meiste über Erdbeben und sonstige Einflüsse zerstört, aber es ist dennoch faszinierend ein paar Stunden darin zuzubringen. Nebenbei: Es gab auch ein paar Touristen. Mit zwei Amerikanern habe ich mich eine ganze Zeit unterhalten.


Der Sultanspalast. Derbe restauriert regieren heute die Ziegen darin.



Eine der Armenischen Kirchen, millionenfach fotografiert:


Und eine wirklich tolle Kathedrale. Man bedenke: Alles ist so um die 1000 entstanden!


Danach bin ich schnell di 50 Kilometer nach Kars gezischt. Kars ist irgendwie spannend. Hier hatten die Besitzverhältisse auch in der neueren Zeit des öfteren gewechselt. So ließ z.B. Zar Alexander u.a. Deutsche hier siedeln. So prägten die Russen die Architektur bis heute, die Deutschen sind veranwortlich für den Karser Käse. Die letzten deutschstämmigen verliessen übrigens in den 80er Jahren Kars.


Was bin ich froh, wenn am Sonntag der Ramadan endet. Ich schiebe Kohldampf!!!

Und noch eines: Ich bin froh wenn ich ans Schwarze Meer komme. Das ist hier gelegentlich ziemlich kühl zu fahren. Auch sonst, sobald die Sonne weg geht, wird es frisch. Auch Kars liegt erneut 1750 Meter hoch.

Morgen wird es ein langer Tag werden mit einer sehr langen Schotterstrecke. Ich will bei den Tortum Wasserfällen rauskommen und mir dort spontan ein Hotel suchen. Ich schätze, morgen gibt es keinen Blogeintrag.

Geodaten:

  • Meine erste Schotterpassage: 39°42′50.59″N 44°02′29.82″E
  • Ani: 40°30′43.66″N 43°34′20.56″E
  • Kars Hotel Kent: 40°36′26.08″N 43°05′50.53″E 

Die gefahrene Strecke – 254KM:

Nachtrag am 1.7.2017: Als ich die einame Schotterstrecke nach Ani fuhr, rannten plötzlich zwei Tiere in ca. 300m Entfernung von mir weg. Kurz darauf noch ein drittes. Erst dachte ich es seien SEHR große Hunde, dann Wildschweine, aber weder die Körpergröße noch der Bewegungsablauf passte, es sah aus als ob Bären liefen. Bären? Ich habe in den vergangenen Tagen im Internet recherchiert. Ja, hier leben Bären! Die Einsamkeit der Gegend, sowie die reichhaltige Fauna bieten den Lebensraum. Ich bin noch immer beeindruckt!

Print Friendly, PDF & Email

Kommentar verfassen