Kastamonu bei 40 Grad

Die Wettervorhersage hatte mich schon darauf vorbereitet. Heute sollte es heiss werden. Und so ist es auch. Wenn ich zum Hotel rausgehe, ist das wie gegen eine Wand laufen.


Das ganze begann schon heue Nacht in Sinop. Wir hatten eine unglaubliche Luftfeuchtigkeit, nichts, aber auch gar nichts trocknete mehr. Ich durfte heute Morgen im feuchten T-Shirt starten.

So bot sich denn auch bei der Fahrt am Strand und in die angrenzenden Berge ein schönes Schauspiel. Die Wolken begannen sich bereits bei 30 Höhenmeter zu bilden. Gelegentlich fuhr ich durch lockeren Nebel. 

 

Lang zog sich die Nebenstrecke am Meer dahin und lud durchaus zu Pausen ein. Hier ein Türkisches Stilleben:


Irgendwann zweigte meine Route dann ab in die Berge, das Klima änderte sich rasch. Die Wolken lösten sich unverzüglich auf, es wurde warm. Zumindest auf der Höhe jenseits der tausender Marke war alles noch gut erträglich. Alleine der Teer hielt mal wieder großflächig der Sonneneinstrahlung nicht Stand. Schöne kleine Dörfer säumten meinen Weg, alles war sehr saftig und grün.


Nach 220 Kilometer hatte ich mein Ziel so gegen 14:00 Uhr erreicht. Ein schönes Hotel hatte ich schon im Visier. 


Hier, im Osmanli Saray, war auch schon Attatürk abgestiegen!

Die 306 ist meine „Suite“. 


Schick, oder? Mir gefällt es hier gut. Mein Moped steht weggesperrt im Garten. Den Garten hatte ich eigentlich zum surfen und lesen nutzen wollen, aber es ist VIEL zu heiss. Ich suche den Schutz des Gebäudes. Natürlich bin ich durch die Stadt gestreift, denn es ist mir schon beim reinfahren aufgefallen wie viel anders die Stadt ist. Sauber, relativ gepflegt. Schöne Geschäfte.  


Da ist mir erneut aufgefallen, was Rolf und ich seinerzeit aus dem Sudan kommend auch feststellten. Man merkt gar nicht so sehr, wenn alles schleichend schlechter wird. Die Hotels immer einfacher, der Standard immer schlechter. Irgendwie arrangiere ich mich damit recht schnell. Bewusst wird mir das Elend erst, wenn es schöner wird, sauberer. Wenn der Wasserhahn nicht wackelt, die Brause nicht irgendwohin strahlt und die Duschtücher in ausreichender Menge vorhanden sind. 

Geodaten:

  • Kastamonu Hotel: 41°22′41.11″N 33°46′20.08″E

Die gefahrene Strecke – 206KM:

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