Das verwunschene Haus

Gestern, als wir ins Rilatal fuhren, durften wir schnell feststellen, dass die guten Unterkünfte am Samstag bereits ausgebucht sind. Nachdem wir von zwei nett anmutenden Hotels abgewiesen worden waren, schwenkte ich zu einem schnuckeligen Campingplatz ab. Uns wurden zwei Zimmer angeboten, der Preis überzeugte Jens und mich spontan.

Die Damen waren nicht so ganz auf unserer Linie, aber das kam ja ganz sicher nur, weil wir in Sofia so eine Nobelabsteige hatten. Und außerdem hatten wir ja schon gebucht.
Die Lage war super, wir hatten einen tollen Sitzplatz, gutes Abendessen und konnten in zivilen Klamotten zum Kloster fahren. Soweit so gut.
Doch dann kam die Nacht. Und mit ihr das Grauen. Es begann damit, dass, als wir uns hinlegten, eine Form von chinesischer Wasserfolter begann. Von irgendwo hörten wir im Haus Wasser laufen… Doch dann, 01:30 Uhr kam der Ruf meiner lieben Barbara: WAS IST DAS??? Genau über uns in der abgehängten Decke nagten irgendwelche Viecher, definitiv größer als Mäuse. Deren Nagen steigerte sich zu einem Stakkato, dass unser Zimmer als Resonanzkörper schwang. Am Höhepunkt angelangt setzten Schritte ein. Und nein, nicht Schritte von Hamstern, sondern schwere, gleichmässige Schritte. Und dann, wie auf Kommando, endete alles.
Ich lag hellwach! 10 Minuten später schlief meine Panikfrau tief und fest. Und ich? Ich wachte und passte auf, dass der Schwarze Mann mein Mädel nicht holt.
Muss ich erwähnen, dass sich die Prozedur wiederholte? Um 04:30 bot ich Barbara an, dass wir unser Zeug packen und gehen, was sie selbstverständlich nicht wollte (HANS – ICH habe ANGST!!!). Denn trotz Panik, war das regelmäßige atmen schnell wieder zu hören.