Im Herzen Kurdistans

Weil mir gestern die Bergstrecke zum Nemrud so gut gefallen hat, bin ich sie heute Morgen erst über die Westflanke hoch, um sie dann über die Ostflanke wieder herunter zu fahren. Das ist einfach eine tolle Genussstrecke.

Ich hatte gestern die Gelegenheit mich mit einigen Türken aus Diyarbakir zu unterhalten. Sie bestätigten mir unisono, dass die Stadt wieder sicher sein. Daher änderte ich meine Strecke um die heimliche Hauptstadt Kurdistans zu besichtigen.

Die weitere Anfahrt? Spannend. Der Straßenbelag schmolz gelegentlich in der Sonne. Ich konnte die Reifenabdrücke meines Vordermannes erkennen. Die Luft roch nach Bitumen. 


Mehrere kleine Flüchtlingslager säumten den Weg. Syrien ist nahe. Die Militär oder Polizeikontrollen mit denen ich rechnete, waren deutlich entspannter als im Westen der Türkei. Die Polizisten spielt nur auf ihren Handy anstatt zu kontrollieren.

Links die Brücke über den Atatürk Staudamm. Rechts die alte Fährstation.


Ab Siverek ( 37°45′14.55″N 39°19′04.06″E ) wurde die Straße zu einer dieser vierspurigen autobahnähnlich ausgebauten Bundesstraßen. Ich beschloss daher die letzten 60 km auf Nebenstrecken zu fahren.


Dann die Stadteinfahrt. Damit hatte ich nicht gerechnet: Eine zehnspurige Straße, links und rechts Hochhaus – Trabantenstädte. Mit Ankunft in der Innenstadt änderte sich die Polizeipräsenz. Überall gepanzerte Fahrzeuge, Wasserwerfer, Kasernen massiv gesichert. Die Stadt ist umgeben von einer mächtigen Stadtmauer, man kann jedoch nur zu ganz bestimmten Toren herein und heraus. Die restlichen Ein- und Ausgänge sind alle von der Polizei gesperrt. Jeglicher Ein- und Ausgang wird polizeilich kontrolliert.

Diyarbakir ( 37°54′54.4″N 40°14′05.41″E ) erscheint mir wie ein Schmelztiegel. Tradition trifft Moderne. Türken treffen Kurden. Auch arabischstämmige Menschen prägen das Stadtbild. Ich werde mehrfach von Menschen angesprochen und es ist das erste Mal in der Türkei, dass ich mich dabei nicht wohl fühle. Bei meinen Wanderungen durch die Stadt traue ich mich auch nicht in jede der Gassen. 

Mit dem heutigen Tag habe ich heute Euphrat und Tigris überschritten. Morgen, so nichts dazwischen kommt, werde ich am Vansee sein. Noch kann ich es kaum glauben!


Moschee und Zitadelle


Vorbereitung zum Fastenbrechen – eine Woche noch …


Weiter an der Stadtmauer entlang

Alles hockt auf Kartonage

Geodaten

Die gefahrene Strecke – 189KM: