Tarsus

Langsam komme ich im entspannten Reisen an. D.h., heute bin ich erst um 8 aus den Federn und habe das Zelt zum trocknen ausgebreitet. Dann gab es einen Strandspaziergang hinüber zu der alten Burg „Mamure Kalesi“, eine Burg die unter anderem auch von den Kreuzfahrern genutzt wurde. Apropos Kreuzfahrer. Ihr werdet es bemerken, ab jetzt gibt es keine Helenisch-Byzantinisch-Römischen Steine mehr. Hier im Süden noch ein paar Burgen aus späteren Tagen, dann war es das.

 


Als ich dann so um 10 bezahlen ging, gab es erst einmal einen Kaffee. Als ich die Frage ob ich schon gefühstückt hätte verneinte, gab es kein halten. Ich musste sitzen bleiben und mit den 4 Frauen frühstücken. 4 Frauen sind: Sinem aus Speyer, ihre Tochter, die kleine 5jährige Melissa die mich in ihr Herz geschlossen hatte, Sinems Halbschwester die im September ihr zweites Praktikum in einem Krankenhaus in Hamm machen wird, und die zweite Frau vom Vater.) 


So schaffte ich es denn auch schon um 11:30, nach einer herzlichen Verabschiedung, abzufahren,

Die Strecke am Meer entlang war wieder super schön. Ich habe sie genosen. 

Die Mädchenburg Kizkalezi:


Bis ich an die Stadtgrenze von Mersin kam. Mersin ist eine Millionenstadt, und ich glaube die haben genau so viele Autos. Und ganz sicher pro 10 Einwohner eine Ampel. Und die darf jede Woche ein anderer steuern. Wahnsinn. Eine gerade Straße, viele Kilometer lang, mindestend 60 Ampeln, und quasi jede rot. Zwischen den Ampeln: Rennen. Wer ist als erster an der nächsten roten Ampel. Wie schnell? So schnell das Auto auf die kurze Distanz kann. Und das ist durchaus schneller als 100kmh. Innenstadt und spiegelglatte Straßen wohl gemerkt!

Irgendwann war ich dann auf der Ausfallstrecke und erneut war die Hauptstraße gesperrt, die Umleitung einmal angezeigt und ab da sollte man sich halt auskennen! So ging es mit mir via Navi durch Industriegebiete, um am Ende durch einen Monster LKW Stau zu schlängeln. Inklusive: Raus auf den Gehsteig, rechts an den Lkw vorbei!

Am Ende zum Glück in Tarsus gelandet. 

Ich weiß nicht, wann ich das letzte mal so geschwitzt habe!


Tarsus ist bekannt für zwei Dinge: Hier soll Apostel Paulus geboren sein, und hier legte Kleopatra mit ihrem Schiff kommend an um sich das erste mal mit Marc Anton zu treffen. Eine Treffen das zu einer Liebe wurde, die mit dem Freitod beider endete.

Das schöne Hotel in der Altstadt ist scheinbar dem Ausbleiben der Touristen zum Opfer gefallen. Dito das daneben. Und das daneben auch. Also wieder raus auf die Hauptstraße. 3 mal bin ich an der nächsten Wahl vorbeigefahren bis ich es entdeckte. Im übrigen half mir ein freundlicher Rennradfahrer!

Da Hotel schäbig aber ok. Es ist alles sauber und das Moped parkt in der Lobby. Super! 


Hier die angebliche Geburtsstelle von Apostel Paulus:

 

Später am Abend wohnte ich noch dem „Public Fastenbrechen“ bei. Hunderte von Menschen, kostenfrei gespeist, eine Band spielt immer wieder das selbe Lied (zumindest hört es sich für mich so an). Um 20:07 ein Böllerschuss und alles ran an die Bulletten.

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